Kapitel 5: Gewicht ist:


Viele unserer Modellbahnfahrzeuge sind zu leicht. Als Faustregel (nach Bernd Gerlach) haben wir 5 g/cm Wagenlänge genommen. Kleinere Abweichungen sind sicherlich kein Problem, aber manche Wagen bringen gerade mal die Hälfte des sinnvollen Gewichts auf die Waage - also Nacharbeit ist angesagt.

Hier ein paar Beispiele, wie es ganz einfach geht:

 

G-Wagen, H-Wagen, I-Wagen, T-Wagen: Dach (vorsichtig) öffnen, alte Schrauben, Muttern, Unterlagscheiben, etc. auf den Wagenboden kleben - Dach wieder schliessen - fertig :-) Bei anderen Wagen ist die Gewichtszunahme leider wesentlich schwieriger.

Anmerkung zu vielen Wagen von Klein/M&D: Aufgrund von ungenauen Passungen sind die Dächer an den Enden nach oben gezogen - hier hilft leichtes Nachschaben der Öffnungen mit einem Messer. Auch das Untergestellt ist häufig verzogen, weil die Grate auf dem Untergestell und/oder dem Aufbau nicht abgeschliffen sind. Das Untergestell behält jedoch auch nach dem Abschleifen diese bauchige Form - hier hilft nur vorsichtiges (!) Erwärmen (Fön) und zurechtbiegen sowie die großflächige Verklebung von Untergestell, Aufbau und Dach.

 

E-Wagen:

Beispiel 1: Liliput Omm32: Ursprüngliches Gewicht: 44g, Sollgewicht: 58g.

ImageDer Wagen macht es einem recht leicht; er hat an der Unterseite jede Menge "Kästchen", ähnlich wie ein Setzkasten. Diese lassen sich recht einfach mit Anglerblei (Durchmesser 1 mm) füllen und mit Klebstoff übergiessen. Ich habe hierzu "Uhu Alleskleber" genommen, da dieser sehr gut fliesst. Es sollte in jedem Fall ein eher dünnflüssiger Kleber sein.

Beispiel 2: Klein / M&D Eo 037: Ursprüngliches Gewicht: 38g, Sollgewicht: 58g.

ImageBei diesem Wagen beginnt schon der Kampf. 20 Gramm darin unterzubringen ist nicht gerade einfach.
Eine mögliche Lösung wäre eine Bleiplatte von ca. 1 mm auf den vorhandenen Boden aufzukleben und in diese die Bretterfugen zu ritzen und das ganze anschliessend zu bemalen. Der entscheidende Nachteil: Keine Ladeguteinsätze passen mehr, da der freie Platz zu gering wird.
Also doch die umständliche Variante:
Zunächst mal wird der Wagen zerlegt (Puffer abziehen). Als Beschwerungsgewicht dient eine Eisenplatte mit 0,75 mm Dicke. Diese ersetzen wir durch eine Platte gleicher Dicke aus Blei (Gewichtszunahme: 5,5 g). Vor dem Einkleben der neuen Platte sollten die Gussgrate mit einem Skalpell abgeschabt werden, da die Platte sonst nicht plan aufliegt.
Das restliche Gewicht besteht aus den schon bekannten Bleikügelchen. Diese werden an allen möglichen (und unmöglichen) Stellen auf dem Unterboden angebracht und mit Klebstoff befestigt. Da die Radsatzaufnahme ohnehin schon festgelegt wurde (Sekundenkleber) und die Kupplungsdeichsel ebenfalls, bietet dieser ehemalige Bewegungsraum nun ausreichend Platz für jede Menge Bleikügelchen. Reicht immer noch nicht? Dann schauen sie doch mal in den schmalen Spalt zwischen Längsträger und Wagenseitenwand. Immerhin nochmal Platz für eine Reihe der Kügelchen ;-) Macht in Summe rund 18 Gramm Gewichtszunahme :-)

F-Wagen:
K-Wagen:
L-Wagen:
R-Wagen:
S-Wagen:
U-Wagen:

Z-Wagen:
Beispiel 1: Klein /M&D-2-achsiger Kesselwagen: Der Domdeckel ist nur aufgesetzt und kann leicht abgezogen werden. Durch diese Öffnung können dann kleine Bleistückchen eingeworfen werden. Damit diese sich im Kessel nun nicht selbstständig machen, muss mit Hilfe von Klebstoff fixiert werden. Der Klebstoff muss einerseits dünnflüssig genug sein, damit er sich auf dem Boden verteilt, er darf aber nicht so dünnflüssig sein, dass er durch feine Ritzen an der Kesselunterseite wieder austritt und er sollte möglichst wenig Lösungsmittel enthalten, weil zum einen der Kunststoff nicht von innen angelöst werden sollte, zum anderen die Verdunstungsmöglichkeit durch den Domdeckel sehr gering ist.
Diverse Versuche: Ponal unverdünnt - fliesst nicht. Ponal verdünnt - fliesst sehr gut (unten wieder heraus ;-()
Bauschaum?
Sand mit Tiefgrund?