Fichte

1. Fichten


hier: Vorbildinfos, Bilder, versch. Arten

benötigtes Material: Lötdraht 1,0 und 0,6 mm (z.B. Conrad), Lötzinn, Wollfaden, Haarklips,Uhu-Kraftkleber, Weissleim, Abtönfarben (braun, umbragrün,weiß, schwarz), Silflor Fichte (Spurweite H0 oder sogar 0).

 


 

a) Vorbereitungen

DasZunächst steht der Bau eines "Fakirbretts" an. Hierzu nehme man ein altes Brettchen in ausreichender Größe, in das Nägel geschlagen werden.
Ich empfehle Naegel (fast) ohne Kopf, weil damit die Draehte sich spaeter leichter loesen lassen. Mein Fakirbrett kommt auf eine Hoehe von 32 cm zzgl. 4 cm Stamm. Die Naegel sind unten ca. 15 cm, oben noch 3,5 cm voneinander entfernt. Der Abstand innerhalb der Reihe betraegt ca. 12-15 mm.

b) Drahtgerüst bauen


Ich lege zunächst einen Draht 1,0 mm (sorgt fuer Stabilität) vom unteren zum oberen mittleren Nagel und biege sie dort jeweils etwas um. Bei hoeheren Bäumen 2-3 dieser dickeren Drähte verwenden.Nun beginne ich unten mit dem 0,6 mm Draht, den ich nach oben ziehe, in der Mitte festhalte, nach rechts um den Nagel lege, nach links um den Nagel lege, wieder zurück zur Mitte und dann wieder nach unten. Wer Draht sparen moechte, kann auch statt wieder nach unten zu gehen, nach oben weitermachen.
Allerdings wird der Stamm dann sehr duenn und entsprechend "flexibel".
Um einen Stamm zu erhalten muss man dann entsprechend viel "Rinde" aufbringen
- Prädikat: "nicht empfehlenswert".
Ich habe meist die unteren Äste wieder zurückgefuehrt, während ich bei den oberen den Draht direkt weitergeführt habe.

Nicht vergessen sollte man dabei, dass Fichten häufig am unteren Ende kurze Stuecke von alten abgebrochenen Ästen haben, hier also "frei" kurze Drahtschlaufen einbauen.

Ist auch der letzte Draht gelegt und am unteren Ende befestigt (hier kann ggf. eine Wäscheklammer gute Dienste leisten), wird der Baum verloetet. Einfach an den Abzweigen die abgehenden Äste an den "Stamm" loeten. Hierbei sollte man darauf achten, dass die Abgaenge jeweils ungefaehr auf einer Ebene liegen und das Lot nicht zu weit vom Stamm wegläuft.
Ansonsten mit dem Lötzinn nicht sparen und auch in die vielen Zwischenrillen des Stamms laufen lassen. Ist der Baum komplett verloetet und abgekühlt aus dem Fakirbrett nehmen. Die Drahtschlaufen an den Enden aufschneiden und die Enden der Schlaufen etwas in Form biegen (ggf. nach Rinde?). Im unteren Baumbereich habe ich die Drähte mit Hilfe zweier Zangen verdrillt, im oberen Bereich (auch an den Abzweigen) habe ich das Gebilde mit einer Zange noch etwas zusammengedrückt. Je nach geplanter Befestigung auf dem Modul unten einige Draehte etwas laenger herausstehenlassen. Den Baum grob geraderichten (Fichten wachsen i.d.R. gerade). Die Äste werden waagrecht in alle 4 Richtungen gebogen, dabei sollten sie zur
vorherigen Reihe etwas versetzt werden. Zu lange Äste kann man schon hier kuerzen.
Die Äste koennen jetzt (oder auch spaeter) in die Fichten-typische Form gebracht werden. D.h. vom Stamm aus zeigen Sie im Bogen nach unten, um im letzten Bereich wieder nach oben anzusteigen (siehe auch Vorbildfotos).



Image

c) Rinde aufbringen


Zugegeben; unser Objekt hat noch nicht allzuviel Ähnlichkeit mit einem Baum, aber immerhin kann man schon mal erahnen, was es mal werden soll.
Verleihen wir dem ganzen mal noch etwas mehr Fuelle: Nach Zahlreichen Fehlversuchen bin ich letztendlich beim Umwickeln mit Wollfaden gelandet. Hierzu habe ich einen billigen grün-braunen Wollknäul für rund 1 € gekauft. Nun wird unten am Stamm eine Schlaufe gelegt und dann fleissig gewickelt. Der Anfang geht uebrigens leichter, wenn der Faden etwas feucht ist. Nun so lange wickeln, bis der gewünschte Stammumfang erreicht ist (2-3 Wicklungen). Dabei nicht zu locker lassen! Oben angekommen einfach einen leichten Knoten machen und den Restfaden abschneiden.

Mit einem Gemisch aus Weissleim (50%), Abtönfarbe braun (20%), Abtönfarbe schwarz (10%) und Wasser (20%) sowie einem Tropfen Spüli wird der Wollfaden nun richtig getränkt. Trocknen lassen.

Nach dem Trocknen habe ich den Baum mit purer Abtönfarbe (braun/schwarz) bemalt (auch die Äste).
Bei einer grossen Produktion (z.B. bei einem Stammtisch-Team) sollte man ein Tauchgefaess nehmen (ggf. die Aeste etwas anlegen), da das Bemalen recht lange dauert.



ImageAnschließend habe ich mit einem kleinen harten Borstenpinsel noch leicht (!) Abtönfarbe umbragrün "darübergehaucht" und finde die Farbgebung damit ganz gut. Dieses letzte Finish ergibt dann eine Rindenstruktur, die m.E. dem Vorbild doch recht nahe kommt. Den Baum nun wieder trocknen lassen und auf geht's zum Endspurt.


 

d) Das Nadelkleid


Nun kommt der Punkt, vor dem ich am meisten Bammel hatte, der aber wider Erwarten problemlos zu bewältigen war. Das Silflor-Flies wird in kleine Stückchen geschnitten (die ungefaehr der Astlänge entsprechen sollten). Dabei unbedingt auf die Lage der Nadeln achten. Das Flies hat recht deutlich dunkelere "Hauptfäden". Diese müssen spaeter quer zu unseren Drahtästen liegen. Einfach mal mit einem kleinen Stückchen ausprobieren. Nun legt man sich einige Stückchen bereit und beginnt, den Baum von unten nach oben zu begrünen. Dazu wird ein Ast an der Oberseite dünn mit Uhu-Kraft-Kleber (andere Sorten?) eingestrichen, das Nadelstückchen aufgelegt und mit einem Haarklip fixiert.
Dabei sollte man gleich darauf achten, dass die Nadeln nur nach unten stehen.
Sind die 4 Äste einer Ebene bearbeitet, kann man am 1. Ast bereits wieder den Haarklip entfernen und ggf. das Nadelkleid wieder etwas auseinanderziehen.
So arbeiten wir uns nun langsam aber sicher von unten nach oben. Nach dem entfernen des letzten Klips kann man etwas unsaubere oder zu dichte Stellen noch mit einer kleinen Nagelschere etwas "ausputzen". Die Abfallstücke sollte man aufheben und nach Bedarf unter dem Baum oder als Baumsprösslinge aufs Modul pflanzen.

Jetzt muss der Baum nur noch eingepflanzt werden und schon sind wir fertig.

Was sich hier nun recht lange liest, ist doppelt so schnell gebaut.
Je nach Baumgröße ist in 45-90 Minuten (ohne Trocknungszeiten) ein Baum komplett fertig.

Und wird ein Baum mal nicht ganz so, wie man sich das vorgestellt hat - auch bei Mutter Natur sieht kein Baum gleich aus. Oder um es mit Bernd Gerlachs Worten zu beschreiben: "es gibt keine guten oder schlechten Bäume - es gibt nur Vorder- oder Hintergrundbäume". ;-)